So war DRT2018

Wenn Oboe und Fagott auf Diebestour gehen

Am 9. Juni fand der zweite Doppelrohrtag auf der Musikinsel Rheinau statt. Die Doppelrohrbläser haben eine lange und ganz eigene Zusammengehörigkeit, die sie oft in kleinen Gruppe pflegen. Es gibt inzwischen auch einige nationale und die Internationale Doppelrohrgesellschaft (IDRS).
Die Musikinsel Rheinau hat viele musikalische Gäste, die in den prächtig renovierten Klostergemächern musizieren. Eine Gruppe von Doppelrohrblattspielern hat hier Anfang Juni ebenfalls ihr Debut gegeben. Sechsundzwanzig Oboisten und Fagottistenzwischen 8 und 59 Jahren sind angereist, um gemeinsam am Doppelrohrtag teilzunehmen. Das Motto der Initiantinnen und Berufsmusikerinnen Elena Gonzalez und Nathalie Blaser ist es, Amateuren unabhängig vom instrumentalen Niveau und Alter das Ensemblespiel zu ermöglichen. Anfänger und gute Laien jeden Alters sollen eine Plattform für Musik, Begegnung und Spass erhalten. Oboe und Fagott sind zudem gesuchte Instrumente in Orchestern, aber ebenso rar. Um dies zu ändern, helfen nebst Gönner (Schaffhauser Kantonalbank) und einigen Sponsoren vor allem die Musikschulen Alato, Andelfingen und Schaffhausen bei Organisation und Finanzierung mit.

Der Morgen beginnt mit Stimmenproben in kleinen Gruppen, bevor in der Tuttiprobe alle gemeinsam spielen. Die kleine Nachtmusik und Techno City stehen auf dem Programm. Wer denkt, das Fagott sei ein leises Instrument, der hat noch nie ein Doppelrohrorchester gehört. So hören die Fagottisten immer wieder die Aufforderung, bitte weniger laut zu spielen. Nach einer Pause mit Gebäck und Früchten um elf Uhr geht es in den zweiten Block. Nun werden die Kammermusikstücke mit den vier musikalischen Leiterinnen geprobt. Diese sind auf die unterschiedlichen Niveaus zugeschnitten. Die Kleinsten spielen den Zirkusbären und erfinden einen Rohralarm. Eine Gruppe Teenager widmet sich dem Stück Ladendieb, das nebst gewöhnlichen Tönen den Einsatz von Stimme und Rohrgeräuschen erfordert. Ein Trio erwachsener Anfänger versucht sich an
chinesischen Klängen und im Nebenzimmer wird die Tafelmusik von Telemann mit Tipps zur historischen Aufführungspraxis geprobt.

Parallel dazu findet ein Workshop zum Bau der Mundstücke statt. Das Doppelrohrblatt besteht aus zwei übereinanderliegenden Schilfblättern und ist kompliziert herzustellen. Unter der Anleitung von Christian Voss vom Oboenatelier Spiri in Winterthur wird gewickelt und geschnitzt. Auch die Fagottisten dürfen erste Bauversuche machen und ein eigens gewickeltes Rohr mit nach Hause nehmen, welches von Instrumentenbauer Walter Bassetto offeriert wurde.

Die Spielfreude ist in allen Räumen hörbar, die Konzentration so hoch, wie die sommerliche Hitze im Haus. Nach dem verdienten Mittagessen im Refektorium beginnt der Endspurt. Alle Stücke werden nochmal durchgespielt und letzte Rohre gehobelt. Der Korrepetitor Victor Locher feilt gleichzeitig mit einzelnen Musikern an Solostücken und schon ist es 16.00 Uhr. Am Fototermin wird die fröhliche Stimmung festgehalten, bevor das Publikum den Saal der alten Bibliothek betreten darf. Das Schlusskonzert ist ein Erfolg und mit Musik in Kopf und Herz verlassen alle die Musikinsel, um hoffentlich bald wieder zurückzukehren. [Nathalie Blaser]

Was unsere TeilnehmerInnen 2018 sagen…

Paul und ich haben ihn von A bis Z genossen, hatten Spass und viel gelernt und waren redlich müde bis am Abend.
Der Tag war voll und ein grosses Erlebnis.

Monika von Massenbach

Monika von Massenbach

Es hat wirklich Spass gemacht und war eine schöne Erfahrung. Besonders das Ensemblespiel hat mir gefallen!

Sara Rebsamen

Sara Rebsamen

Meine Erwartungen wurden übertroffen und alle Bedenken/Hemmungen bei der Anmeldung zerstreut!

Mit den zwei Fagotten zusammen das Trio «Chinese Restaurant» aufführen zu dürfen war zusätzlich ein ganz spezielles Erlebnis.  In meinem Alter musste ich ja beim Vortragen keine Angst haben mir die Karriere zu versauen 😊

Ich war vorher schon für den Weg mit den Oboen (modern/barock) motiviert, aber nach diesem Tag bin ich schon fast «angefressen»

Norbert Reding

Norbert Reding

Unsere Gönner

Unsere Sponsoren

Leitung 2018

Christian Voss

Christian Voss

Oboenatelier & Rohrbau

Oboenatelier Christian Voss GmbH
@ Musik Spiri AG
St. Georgenstrasse 52
8400 Winterthur
Schweiz

Am Doppelrohrtag von 9:00 bis 12:00 Uhr in Musikinsel Rheinau

Anne Laure Prely-Dengler

Anne Laure Prely-Dengler

Oboe & Workshopleiterin

Seit fast 20 Jahren Oboenlehrerin an der Musikschule Thalwil-Oberrieden.
Oboenlehrerin an der Musikschule Kilchberg-Rüschlikon.
Oboenlehrerin beim Musiklager in Trogen.
15 Jahre Oboenlehrerin an der Musikschule Schwyz und Lehrauftrag an der Kantonsschule Schwyz.
Rege Kammermusiktätigkeit und Familienkonzerte.

Nathalie Blaser

Nathalie Blaser

Fagott & Workshopleiterin & Organisation

Dozentin für Fachdidaktik Fagott an der ZHdK
Lehraufträge an den Kantonsschulen Wetzikon und Schaffhausen
Anstellung an den Musikschulen Schaffhausen und Alato, Knabenmusik SH
Solofagott der Camerata Schweiz, Freelance in diversen Orchestern
Initiatorin der Swiss Bassoon Days

Elena Gonzalez

Elena Gonzalez

Oboe & Workshopleiterin & Organisation

Zuzügerin in verschiedenen Orchestern und Ensembles.
Oboelehrerin an der Musikschule Andelfingen und Umgebung, an der Musikschule und Knabenmusikschule Schaffhausen. Lehrauftrag an der Kantonsschule Schaffhausen

Barbara Wyler

Barbara Wyler

Fagott & Workshopleiterin

Fagott und Kammermusiklehrerin an der Musikschule Prova in Winterthur und an der Jugendmusikschule Andelfingen und Umgebung. Sie spielt als Freelancerin in verschiedenen Orchestern und ist Mitglied der Camerata Cantabile.